„Alles, was wir tun, hat Ewigkeitswert“

Predigt von Weihbischof Gössl zur Friedensprozession in Hollfeld
Hollfeld. Das Fest Maria Himmelfahrt ist nach Worten von Weihbischof Herwig Gössl ein Zeichen dafür, dass sich das Leben nicht auf die Zeitspanne zwischen Geburt und Tod begrenzen lässt, sondern dass es sein Ziel findet in der Ewigkeit Gottes. „Damit ist unsere begrenzte Lebenszeit aber ganz und gar nicht bedeutungslos“, fügte der Diözesanadministrator am Dienstagabend zum Abschluss der Marienprozession in Hollfeld hinzu. „Vielmehr bekommt alles, was wir hier tun oder unterlassen, Ewigkeitswert.“
Die Aufnahme Mariens in den Himmel halte fest, was in ihrem ganzen Leben wichtig gewesen sei: dass Gottes Wille geschehe, auch wenn man ihn nicht durchschaue. „Die Wahrheit zulassen, sich um Vertiefung bemühen und den Horizont weiten lassen, das sind die Haltungen, die einen Christen prägen müssen, damit er innere Verhärtungen überwindet und das Wirken des Heiligen Geistes möglich wird“, so Gössl. „Aus diesen Haltungen wachsen Frieden, das Mühen um Gerechtigkeit und die Bereitschaft zur Vergebung.“ Eine gemeinsame Zukunft werde möglich.
Vor fast 80 Jahren seien die Haltungen des Glaubens gefragt gewesen, um den Irrsinn des Krieges zu durchbrechen. „Daran erinnert uns das heutige Gedenken, und es ermutigt uns, diese Glaubenshaltungen auch heute einzuüben, damit Hass, Gewalt und Krieg überwunden werden und Friede und Versöhnung möglich werden.“
Die Friedensprozession von Hollfeld geht auf ein Gelübde des damaligen Pfarrers Kurt Weirather vom 2. April 1945 zurück: Wenn Hollfeld von der Zerstörung verschont bliebe, würde der Obere Markt in Marienplatz umbenannt und dort eine Marienstatue aufgestellt werden. Außerdem sollte jedes Jahr am 15. August eine Dankprozession stattfinden.