Unser "Blacky" geht in den wohlverdienten Ruhestand
15 Jahre, von 1999 bis 2014 war unser Blacky (für alle die ihn nicht kennen: Georg Schwarzmann) der gute Geist des Hauses. Ob für die Kindergärten, die Ministranten, er hatte für alles und jeden ein offenes Ohr. Am Ende des heutigen des Gottesdienstes erinnerte unser Pfarrgemeinderats- Vorsitzender Bernhard Wagner an seine vielfältigen Aufgaben in seinem Arbeitsleben und wünschte ihm einen langen und gesunden Ruhestand im Kreise seiner Familie. Ebenso würdigte ihn unser Dekan Johannes Reinsch und bedankte sich bei ihm und seiner Frau. Blacky, der kein Freund von langen Reden ist (schon gar nicht, wenn es um ihn selber geht) bedankte sich am Ende selbst bei allen und bat die Gemeinde, doch nicht so streng mit den verschiedenen neuen Mesnern zu sein.
Seine Tochter, Theresa, verfasste ein Gedicht "Aus dem Leben einer Mesnertochter" das hier nachfolgend für alle nochmal zu lesen ist.
Anschließend finden sie auch noch eine kleine Bildergalerie.
„Aus dem Leben einer Mesnertochter"
Auch ich möcht hier an dieser Stelle
Ein paar Worte sagen – in aller Schnelle.
Ein paar Anekdoten aus einem Mesnerleben
Möchte ich euch zum Besten geben.
Freud und Leid hinter den Kulissen –
Dinge, die nicht Viele wissen.
Drum hab ich mein Gedicht galant:
„Aus dem Leben einer Mesnertochter“ genannt.
Denn aus jahrelanger Erfahrung kann ich sagen:
Mesnern ist nicht nur Spaß, es ist auch Plagen.
Das Wichtigste am Morgen ist sowieso:
Der erste Weg führt ins Pfarrbüro!
Wer is gestorm, wer heiert und tauft sein Kindelein?
Als Mann der Kirche muss man schließlich informiert sein!
Ist das Wichtigste dann ausgetauscht,
wird erstmal zum Bäcker Fuchs gerauscht.
Denn ohne die tägliche Ration an Salzstangen,
kann man unmöglich des Arbeiten anfangen.
Und als er dann scheint bereit zu sein,
schleicht langsam der Dekan zur Tür herein.
Er hätt da was, sagt er verlegen,
den Auftrag könnt er nicht einem jeden geben.
Sozusagen eine Art … Spezialprojekt!
.. Die Glühbirn in der Küchn is freckt!
Ja, auch für solch spontane Eskapaden,
war unser Blacky stets zu haben.
Ein Super-Mann, ein Mann der Tat
Und in jeder Hinsicht akkurat.
Und sah man in der Kirche doch mal vom Baum ein Blatt,
dann hat der Blacky Urlaub ghabt!
Blickt man auf die letzten 15 Jahre zurück,
gabs EINEN Tag, da vereinte sich sein ganzes Glück.
Er war dem Himmel ein Stück näher,
in der Garage stand: der neue Aufsitzrasenmäher!
Einen Strohhut gabs dazu zur Perfektion,
denn Ansätze einer Plattn sah man ja schon!
Und wenn die Sonne so richtig runterknallt,
errötet die Kopfhaut und leuchtet ganz bald.
Im Winter aber kam ihm die globale Erwärmung ganz recht,
da hat er sich abends ganz in Ruh ins Bett gelecht
und am nächsten Morgen – jippie, juchee,
ein Blick aus dem Fenster: scho widder ka Schnee!
Statt den Kindern den Schulweg frei zu räumen,
drückt er auf „Schlummern“ um noch a weng zu träumen.
Nur auf eine Woche hin ham sich die Schneeflocken aufgestaut,
nämlich wenn der Mesner in den Skiurlaub abhaut.
Doch nach der Devise: Nach mir die Sintflut,
wird sich in den Bergen zünftig ausgeruht.
Die Gondel rauf, die Pisten runter,
der Jagertee macht wieder munter,
Bis auf der Liftfahrt des Handy laut klopft:
„Kindergarten St. Kunigund – unser Klo is verstopft!“
Ja, so an All-Rounder zum Vadder zu ham,
des gleicht fast aufm roten Teppich am Gang.
Selbst der Kerwasumzug – wenn ich frühere Gedanken wecke,
änderte kurzerhand die Strecke.
Statt winkend an uns vorbei zu laufen,
sammelte sich um uns ein wilder Haufen.
Eine ganze Fussballmannschaft wollt mit Eimer voll Süßem,
halt einfach ihren lieben Hausmeister grüßen.
Doch nicht immer rannte man ihm hinterher,
manch andres ging nur zäh und schwer.
Stundenlanges Beerdigungs-Minis suchen war er gewohnt,
die Telefonflatrate jedenfalls hat sich gelohnt!
Und dann jeden Juli aufs Neue die Krönung:
Die ultimative Pfarrfest – Stress-Dröhnung.
„Blacky, wo krieg mern den Starkstrom her?
Blacky, von den Fähnchen, gibt’s da noch mehr?
Blacky, für die Tombola bräucht mer noch Bänke,
Blacky, wann liefert der Wirt die Getränke?
Blacky, wer hat meine Theke verschoben?
Und kommt beim Zelt des Dach nach oben?
Blacky, ich möchte dich jetzt net hetzen,
aber könntst du mir helfen, an Fuß vorn Andern zu setzen?“
Aus allen Ecken, Winkeln und Stufen
Hört mans nur „Blacky, Blacky, Blacky“ rufen.
Doch wenn am späten Abend der Wein ihm dann schmeckt,
wars letztendlich doch wieder alles perfekt!
Noch ausgiebig Zuprosten, Singen und Lachen,
er muss – aus beruflichen Gründen – ja das Schlusslicht machen!
Ja, auf den wohlverdienten Ruhestand,
sind vor allem wir – die Familie – gespannt.
Soll man jetzt weinen oder lachen?
Und was solln wir daheim die ganze Zeit mit ihm machen?
Wenn am Heiligen Abend – mit einem Grinsen ganz verschmitzt,
er statt in der Kirch, unterm Christbaum sitzt?
Und wir zur Bescherung Zeit haben – viel zu viel,
nicht wie gewohnt, zwischen Altenheim-Mette und Krippenspiel?
Aber bei allem, was er hinter sich lässt ab heute,
bleibt doch ein kleines Fünkchen Schadenfreude,
Wenn mal was nicht klappt im Pfarreienleben:
„Bei unserm Blacky hätts des net gegeben!“